Die folgenden Zeilen möchte ich dem wohl berühmtesten und bekanntesten
Brandstifter in der gesamten Videospielgeschichte widmen. Einem kleinen,
aber hochexplosiven Pyromanen, dessen Neigung zur mutwilligen Zerstörung
der Umgebung mit allerhand gefährlichen Sprengstoffen legendär
ist. Mit der lebenslangen Lizenz zum Bomben heizt er bereits seit der
8-Bit-Ära alle gängigen Computer und Spielkonsolen kräftig
auf. Unermüdlich geht er dabei zu Werke, sprengt Feind und Freund
und manchmal sogar sich selbst in die Luft. Hauptsache das Feuerwerk ist
schön und der Spaß groß. Denn speziell darauf wurde der
kleine Roboter von Hudson Soft programmiert. Wie man es nicht allzu schwer
erraten kann, ist hier von keinem geringeren die Rede als von Bomberman!
Gegenstand dieser Zeilen ist das PC-Engine-Spiel Bomberman´93,
mit dem ich mich in letzter Zeit exzessiv beschäftigt habe. Als
zweites Bomberman-Spiel für die Engine ist es dem Ursprungsprinzip
der Reihe noch ganz treu. Das heißt, man findet hier genau das
vor, was man bereits aus allen vorhergegangenen Bomberman-Spielen kennt.
In sieben Welten mit jeweils acht Spielabschnitten, die oft mehrere
Bildschirme groß sind, müssen alle Gegner weggebombt werden.
Sind diese Schrott und Asche, muss nur noch der Ausgang gefunden werden,
sofern er nicht in der Hitze des Gefechts offenbart wurde. Mit dem vorhandenen
Zeitlimit und den bekannten Items ist hier wirklich alles wie x-mal
gehabt.
Weshalb sollte man sich also noch mit Bomberman´93 auseinandersetzen?
Eine sehr berechtigte Frage, die ich nun aufgreifen möchte.
Die mangelnden Neuerungen dürften wohl die negative Seite im Wesentlichen
abdecken. Positiv sind hier vor allem die farbenfrohen Spielabschnitte
sowie die lustigen und abwechslungsreichen Endgegner. Das ohnehin schon
putzige und drollige Spieldesign erzielt dadurch eine noch viel größere
Anziehungskraft auf den Spieler. Bomberman´93 ist einfach herrlich
anzusehen!
Der harte Schwierigkeitsgrad straft diese kinderfreundliche Optik aber
Lügen. Vor allem in fortgeschrittenen Spielabschnitten wird die
Geduld des normalsterblichen Spielers aufs Äußerste beansprucht.
Man stelle sich vor, man beginnt das Spiel in einer zugemauerten Ecke
und wird sofort mit einigen geradewegs auf einen zustrebenden Robotern
konfrontiert. An sich eine übliche Bomberman-Situation, würden
diese $%&$%-Roboter dem soliden Mauerwerk die ihm zustehende Ehrfurcht
zollen. Aber nein, die unverschämten Blechbüchsen pfeifen
auf die Ziegelsteine und gehen da einfach so hindurch, geradewegs auf
unseren kleinen putzigen Bommelchen zu… UAAAHAAA… Schnief...
Dies ist das Resultat von mindestens 20 solchen ausweglosen und unfairen
Ausgangssituationen. In diesem Zusammenhang sollte ich noch erwähnen,
dass die Spielabschnitte wie altbekannt nach jedem Lebensverlust per
Zufallsprinzip komplett neu generiert werden. Ein günstiger Aufbau
ist aber ganz sicher irgendwann mal dabei. Tapfere Bomberman-Liebhaber
lassen sich davon allerdings nicht unterkriegen. Besonders schmerzlich
wird es jedoch dann, wenn man in einem derartigen Level alle Feinde
besiegt, um im Nachhinein aufgrund mangelnder Zeit bei der Ausgangssuche
zu scheitern. Es ist mir sogar schon passiert, dass mir kurz vor dem
aller-aller-allerletzten verpassten Mauerstück, hinter dem sich
definitiv der Ausgang befinden musste, die Zeit abgelaufen ist. Die
daraufhin erschienene unzerstörbare Monsterhorde hat mich umgehauen.
Für so etwas braucht man aber schon sehr viel Pech. Nach solchen
Erlebnissen muss man dem kleinen Bomberman einige Tage Pause gönnen.
Den wirklich herausfordernden Schwierigkeitsgrad möchte ich weder
positiv noch negativ bewerten. Ich als Bomberman-Fan finde dies gut,
im Endeffekt muss dies aber jeder für sich selbst entscheiden.
Besonders positiv in diesem Zusammenhang fällt jedoch die Sicherung
des Spieles durch das Backup-System sowie ein alternatives Passwortsystem
auf.
Mehr ist zu dem Spiel an sich nicht zu sagen. Storytechnisch geht es
hier um die Verfolgung des diebischen schwarzen Bomberman, der als allerletzter
Boss ganz schön fies ist. Der Ufo-Yeti am Ende der sechsten Welt
ist gegen ihn wirklich ein kleines Würstchen. Und dabei gestaltet
sich die Prügelei mit seiner bunten Motorrad-Gang sowie seinem
Panzerwagen zunächst noch ganz einfach. Aber ich möchte mich
jetzt nicht noch einmal über den Schwierigkeitsgrad des Spieles
auslassen.
Wem kann man also Bomberman´93 mit reinem Gewissen empfehlen?
Waschechten Bomberman-Fans und PC-Engine-Sammlern. Gelegenheitsspieler
werden im 1-Player-Modus irgendwann sicherlich verzweifeln. Falls man
aber noch kein Bomberman-Spiel in der Sammlung hat, kann man es sich
wegen dem Standard-Multiplayer-Modus sicherlich anschaffen. Sofern man
nicht mit Bomberman´94 liebäugelt, das den meisten Spielern
mehr zusagen wird. Wieso es sich so verhält, möchtet ihr jetzt
wissen? Übt euch etwas in Geduld und wartet den dazugehörigen
Bericht ab. Spielt solange Bomberman´93, denn es ist, wenn auch
extrem klassisch und unheimlich schwer, doch sehr gut.
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